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Künstliche Einöden

Die Terminals, die check-in-Schalter, die security checks, die duty-free shops, die langen Gänge, die Wartehallen, die Passagierbrücken, die Lichter der Start- und Landebahnen – diese und viele weitere Orte bilden den Flughafen, den Transit-Ort der Spätmoderne. Dieser Ort ist ein fragiles Gebilde, hochkomplex und gleichförmig, voller Geschichten und völlig steril, aufregend und nervtötend zugleich. »Würde man gebeten«, hält der Schriftsteller Alain de Botton fest, »einen Marsianer an nur einen einzigen Ort zu bringen, an dem sich exemplarisch die Vielfalt der unsere Zivilisation prägenden Themen ausmachen ließe – von unserem Glauben an den technischen Fortschritt bis zur Zerstörung der Natur, von globaler Vernetzung bis zur Romantisierung des Reisens –, dann müsste man ihm wohl die Ankunfts- und Abflughallen eines Flughafens zeigen.« Während Alain de Botton dies notiert, sitzt er an einem Schreibtisch mitten im Terminal 5 des Flughafens Heathrow.
Um all das zu begreifen, um diesen Transit-Ort zu erfassen, der eigentlich ein Konglomerat aus einer Vielzahl von Orten ist, muss man zurückblicken ins Jahr 1909.